Ride · 23. Mai 2026

Grand Ballon

Ein Tag in den Vogesen, der ziemlich genau erklärt, warum Rennradfahren süchtig macht.

152 km Distanz
1.822 hm Höhenmeter
Vogesen Region

Der Tag begann früh. Treffpunkt war um Punkt 9 Uhr auf dem zentralen Parkplatz in Neuf-Brisach. Gemeinsam mit Tobi – offiziell Arbeitskollege, inzwischen aber wohl eher Rennradbuddy – stand heute eine Tour an, die schon beim Blick aufs Höhenprofil klar machte: Das wird kein lockerer Coffeeride.

Die Wettervorhersage versprach Sonne und warme Temperaturen. Also noch schnell Sonnencreme drauf, Taschen mit ausreichend Nutrition füllen und los. Alles war vorbereitet für einen langen Tag in den Vogesen.

Das entspannte Einrollen Richtung erster Anstieg hielt allerdings nicht besonders lange. In einer 30er-Zone wurden wir trotz bereits zügigem Tempo mit viel zu wenig Abstand überholt. Unser Protest gefiel dem Autofahrer offenbar so wenig, dass er meinte, direkt rechts ranfahren zu müssen. Auf solche Kindergarten-Spielchen hatten wir keine Lust. Außerdem wartete da noch ein Berg auf uns, der deutlich interessanter war als sinnlose Diskussionen am Straßenrand.

Nach etwa 30 Kilometern ging es mit dem Col Amic dann endlich richtig los. Ab jetzt hieß es: Puls kontrollieren, nicht überziehen und immer im Hinterkopf behalten, dass der Tag noch lang werden würde.

Oben am Grand Ballon angekommen war schnell klar, warum man sich solche Touren freiwillig antut. Die Aussicht über die Vogesen und dieses Gefühl, sich den Weg nach oben ehrlich erarbeitet zu haben – genau dafür macht man das.

Nach einem kurzen Stopp ging es weiter über den Markstein und die Route des Crêtes. Dort schlossen wir uns spontan einer Dreiergruppe an und ab diesem Moment wurde aus kontrolliertem Klettern plötzlich richtig sportliches Fahren. Das Tempo zog merklich an, die Beine spielten mit und es lief einfach. Gemeinsam ging es weiter Richtung Col de la Schlucht und später noch über den Col du Wettstein.

Kurz vor Colmar folgte dann der erste und auch einzige Supermarktstopp des Tages. Croissant, kalte Softdrinks, Zucker. Nicht kompliziert, aber maximal effektiv.

Die letzten Kilometer zurück nach Neuf-Brisach waren komplett flach und perfekt zum Ausrollen. Der Abschluss hätte kaum besser sein können: Éclair, Tarte aux pommes und ein Kaffee im Café. Ein verdienter Abschluss für einen Tag, der alles hatte, was eine gute Tour ausmacht: Berge, Tempo, gute Gespräche, schöne Landschaften und natürlich genug Zucker, um das Ganze abzurunden.